Was sagt Daniel Hugentobler zu Synchronized Skating?
 

Mit dem mehrfachen Eistanz-Schweizermeister, EM- und WM-Teilnehmer hat das Team Unity schon einige überaus lehrreiche Eisstunden hinter sich gebracht. Wir danken Daniel für die tolle Unterstützung sowie für das folgende Interview und wünschen ihm und seiner Schwester Eliane von Herzen das Beste und die Erfüllung Ihrer Träume!
Ein Interview von Sylvie, geführt im Januar 2001.
 

Sylvie: Was zieht Dich immer wieder aufs Eis? Beziehungsweise, was gefällt Dir speziell gut beim Eiskunstlaufen?

Daniel Hugentobler: Das Tanzen mit hoher Geschwindigkeit, die Vereinigung von Theater, Kunst und sportlichen Höchstleistungen, der Fahrtwind in den Haaren, die Lehre der Körperbeherrschung zu erlernen und bei Auftritten hunderten von Leuten eine Freude bereiten zu können.

Natürlich auch der gewisse Ruhm, den man erlangt bei guten Leistungen, das lässt einen immer wieder aufs Neue die Schlittschuhe anziehen und sich in harte Trainingseinheiten stürzen.

Das wirklich schönste an diesem Sport ist jedoch der Einklang von Körper und Musik. Mit dem Körper und seinen Bewegungen verschiedenste Musikstile zu interpretieren und sie zum physischen Leben zu erwecken, das ist doch der ganze Reiz an der Sache.
 

Sylvie: Trainierst Du von klein auf mit Deiner Schwester, oder warst Du früher Einzelläufer?!

Daniel Hugentobler: Meine Schwester begann schon mit drei Jahren ihr Unwesen auf dem Eis zu treiben, als Primaballerina. Ich spielte gelegentlich Eishockey. Erst seit 16 Jahren laufen wir zusammen, anfangs auch noch einzeln nebenbei, aber seit 15 Jahren haben wir uns nur noch dem Eistanzen verschrieben. Seither gibt es für uns beide nichts anderes mehr.
 

Sylvie: Wie sehen Deine Ziele für diese und die kommende Saison aus?

Daniel Hugentobler: Diese Saison heisst unser Ziel "Plätze erhalten", das heisst an der EM den 13. und an der WM den 14. Diese Saison ist vorwiegend noch die Schule im Vordergrund und vor allem der Handelsschulabschluss meiner Schwester Eliane. Ich werde mich ab Februar mit meinen Vorgesetzten im Militär herumschlagen. Aber wir hoffen, dass diese beiden aussersportlichen Ziele keine hemmende Wirkung auf die Olympiaqualifikation an der WM in Vancouver haben werden.

Nächste Saison setzen wir beide 100% auf Sport, wir werden fast das ganze Jahr über in den Vereinigten Staaten (Newark, Delaware) trainieren, um uns optimal auf die Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City vorbereiten zu können. Ziele sind dieTop Ten an der EM, die Olympiateilnahme ohne weitere Platzvorstellungen und an der WM so nahe wie möglich an die besten zehn Paare heran zu laufen.
 

Sylvie:Was machst Du, wenn Du mal nicht auf dem Eis stehst...spezielle Hobbies?!?

Daniel Hugentobler: Wir haben keine Zeit für Hobbies, wir haben das Eislaufen zu unserem Hobby gemacht. Und zeigen auch trotz Anstrengungen unsere Freude und Liebe an diesem Sport, so wie Sportler, die dies hobbymässig betreiben, let's dance and have fun!
 

Sylvie: Wie gefällt Dir die Sportart Synchronized Skating?

Daniel Hugentobler: Es ist eine Sportart, die ich nie wählen würde, für mich persönlich. Grund: ist mir zu gefährlich, und das Teamwork scheint mir auch nicht immer das Gelbe vom Ei zu sein. Wenn ich mit unserem Zweier-Team und unseren Problemen vergleiche, möchte ich mir nicht einmal im Traum die Euren vorstellen.

Was mich vor allem daran fasziniert ist die Koordination von 20 Läufern, die in einer totalen Harmonie zu jedem einzelnen Läufer stehen muss. Zusätzlich kommen da noch die Aspekte von, "es ist super schön anzuschauen, es ist spektakulär, und man fragt sich doch jedesmal wie es funktionieren kann, so viele Menschen im Einklang zur Musik tanzen zu lassen!"
 

Sylvie: Wo hast Du die Sportart Synchronized Skating zum 1. Mal gesehen?

Daniel Hugentobler: An irgendeinem Schaulaufen haben wir zum ersten Mal das alte Starlight-Team gesehen, das war ein Schock (die machten so viele Rillen, das war schrecklich um danach noch auf diesem Eis laufen zu müssen), das liegt sicher schon acht Jahre zurück. Aber wo genau, keine Ahnung.
 

Sylvie: Findest Du es lustig/spannend/interessant uns zu trainineren? Und wie bereitest Du Dich vor?

Daniel Hugentobler: Es ist sehr interessant, wobei ich damit meine: anspruchsvoll, intensiv und sehr schwierig. Es ist schwierig, so vielen Läufern gleichzeitig auf die Füsse und Körperhaltung zu schauen, sie zu korrigieren und niemanden zu vernachlässigen. Aber es ist eine wahre Herausforderung, guten Eisläufern zu helfen, das Eislaufen noch ein bisschen zu perfektionieren. Es kann zwischendurch auch mal lustig sein, wenn man das technische Können herausfordern will. Aber zuzusehen, wie Läufer von Training zu Training dazulernen, das ist sehr spannend und vor allem für mich sehr befriedigend. Es gibt nichts besseres als zu sehen, dass die Arbeit Früchte trägt.

Die Vorbereitungen treffe ich meistens (bislang) nur kurz vor Trainingsbeginn im Kopf. Da ich eine solch grosse Auswahl an Übungen und Ideen, gesammelt durch meine lange Laufbahn auf dem Eis, vorweisen kann, und weil ich diese Übungen selbst noch bis zum Abschluss meiner Karriere laufen werde und muss, und doch schon einige Male gefahren bin, genügt mir die Grundidee oder ein Wunsch Eurer Trainer, um einen Trainingsplan zu schmieden.

Es hat mir sehr viel Spass bereitet, mit Euch allen zu arbeiten, und ich hoffe, Ihr habt auch von mir profitieren können. Es würde mich ungemein freuen, wenn wir an diese schöne und spannende Zeit anknüpfen könnten.

Für Eure Saison wünsche ich Euch nur das Beste, viel Erfolg, und nie vergessen, der Knierhythmus und die Freude an der Sache sind das A und O des Erfolgs.

Viel Spass und Glück für die Saison 2001! Ich drück Euch die Daumen!
 

Liebe Grüsse und bis bald,

Daniel Hugentobler