Die Unity-Delegation an der SYS-WM 2002 in Rouen (F)

Teilnehmer: Sibylle, Cristina, Mirja, Simone, Nicole Gg, Julia, Beni und Hanspeter
Fachkundige Begleitung (Preisrichter): Wolfgang Stummer und Patrick Brecht

Die Weltmeisterschaften im Synchronized Skating waren auch in diesem Jahr ein grosses Erlebnis, auch wenn wir Unities nur als Zuschauer da waren. Die Reise hat sich doppelt gelohnt: einerseits haben wir uns auf dem Gebiet SYS intensiv weitergebildet, und andererseits hatten wir einfach viel Spass miteinander beim Shopping, Sightseeing, Fachsimpeln, in der Crêperie, in der Pizzeria und natürlich ganz besonders in der Eishalle. Kurz gesagt, Rouen 2002, das war Fun und Motivation pur!

 

Aus dem Unity-Tagebuch:

Mittwochabend, 10.4.02, 23.10 Uhr, Liegewagenabteil im Zug nach Paris
Die Unities sind jetzt an Bord. Los geht’s! Einige von uns haben monströse halbleere Koffer dabei. Warum wohl? Ungläubiges Kopfschütteln links und rechts. Doch Beni und Julia sollten noch recht bekommen nach dem Shopping... Unsere neue Kürmusik dröhnt wieder und wieder durchs Abteil, wir plaudern gemütlich über SYS und die Welt und freuen uns, schon bald endlich wieder einmal in Rouen zu sein.

Donnerstagmorgen, 11.4.02, 7.03 Uhr, Paris – Gare de l’Est
Total verpennt stehen wir auf dem Perron, wie geht’s jetzt weiter? Hanspeter sponsert uns pains au chocolat, super! Sibylle findet heraus, dass französischer O-Saft hässlich ist, und Beni.... Beni! Beni-nochmal! Hat der doch tatsächlich sein Portemonnaie im Zug vergessen! Mais non, falscher Alarm, war nur eine Komik-Einlage, um den kalten Morgen in Paris etwas spannender zu gestalten...

Zwei Stunden später...
Die Unities hetzen ins altbekannte „Hôtel de Bordeaux“, kurzer Garderobewechsel und über die Seine-Brücke auf die Ile Lacroix spurten (tja, Unities wissen immer wo’s langgeht und darüber hinaus wissen sie auch, wie man Jogging einfach und sinnvoll in den Tagesablauf integriert). Die Trainings sind nicht überwältigend, wir sind etwas enttäuscht. Hoffentlich können sich die Teams noch steigern.

Ende Nachmittag
Shopping ruft. Wir plündern die Altstadt. Kleider, Schmuck und diverse Handtaschen. Endlich sitzen wir vor einer wohlverdienten Pizza. Nur einer sitzt vor einem Teller ekliger, schleimiger Schnecken und findet sie auch noch gut. Und dann gibt er auch noch zu, dass er die armen Viecher eigentlich nur der Sauce wegen isst! Nur so viel ist gesagt, dieser Mensch ist kein Unity! Aber ein Preisrichter darf auch seine Schwächen haben.

Freitag, 12.4.02, 7.42 Uhr
Frühmorgens joggt die Delegation wieder zur Eisbahn, kurzer Stopp in der Bäckerei, dort treffen wir auf „Häuptling Wehendes Haar“ (für diejenigen, die mit dieser Person bekannt sind). Pünktlich 8.00 Uhr sitzen wir auf der Tribüne, sehen uns Training nach Training an, diskutieren. Danke, Mirja, für deine Fleecedecke, von jetzt an immer mit Decke zu den Wettkämpfen, falls wir nochmal Zuschauer sein sollten. Kaum eine Pause gönnt sich die Delegation, zu wichtig ist jeder Moment des Trainings, kein Detail wollen wir verpassen.

Nachmittag, in der wunderschönen Altstadt
Wieder Shopping. Mit Euros zahlt es sich leicht. Zwischenhalt in der Crêperie, flambiert sind sie besonders gut. Zurück in der Halle: Eröffnungsfeier. Dann geht’s endlich los. Kurzprogramm. Schweden 1 läuft nicht so überzeugend wie erwartet, Finnland 1 ist kreativ und perfekt, Australien hat grosse Fortschritte gemacht und dann gibt’s noch einige Länder... die würden selbst in der Schweiz keine gute Figur machen. Sollen wirklich ALLE teilnehmen dürfen?

Abend
Wir sind begeistert vom Tag. Soviel SYS, das halten nur eingefleischte Fans dieses Sportes aus, Unities halt. Mitgereiste Herzbuben wie Hanspeter sind sich zwar einiges gewöhnt, aber während dem Essen auch noch über SYS reden, das geht für sie zu weit. Ablenkung muss her. Im Big Ben Pub tanzen wir, dass sich die uralten Dachbalken biegen, und zwei von uns wären heute noch auf der Tanzfläche, hätte man sie gelassen, gell Sibylle.

Samstagmorgen in aller früh, 13.4.02, Eishalle
Die erste Gruppe lassen wir sausen. Nein, das muss jetzt echt nicht sein. 7.50 Uhr hocken wir wieder auf unseren Plätzen. Wie immer sind wir bei den ersten am Morgen.

Und dann.....der Mittag.....
Training ist fertig, die Halle wird geräumt. Die Unities sehen mit Schrecken, dass sich vor der Halle eine wütende Meute staut. Was tun? Die Unities werden angewiesen, hinauszugehen und hinten anzustehen. Goht’s eigentli no?! Wir, extra schon im Morgengrauen angetrabt, seit zwei Tagen leben wir in dieser Eishalle! Nicole Gg, unser tüflisches Engeli, hat einen Geistesblitz. Sie drückt Cris ihre Handtasche in die Hand, macht den Securitas wunderschöne blaue Augen, lügt wie gedruckt „Oh la la, isch abe mein Tasche in die Eisalle vechgessen... dachf isch sie olen?....“ und schon ist sie an vorderster Front mit dabei im Kampf um die besten Plätze. Sie kämpft zwar heldenhaft, so wie alle Unities, die sich der Meute hinterherstürzen, doch ohne Hanspeters gezielte Rechte würde die Sitzplatz-Bilanz kläglich ausfallen. Ein grosses Dankeschön allen, die sich so tapfer für die Unities ins Zeug gelegt haben. Unglaublich, man muss das mit eigenen Augen sehen, oder vielleicht lieber nicht, denn man könnte schon seinen Glauben an fröhliche, faire, durch die Liebe zum SYS geeinte Fans, verlieren. Sich ruhig und gesittet hinzusetzen reicht keinesfalls aus, um seinen Platz länger als eine Minute zu behalten. Eine grosse Fehlplanung der Organisatoren, so sind sich alle wenigstens in diesem Punkt einig.

Der Wettkampf
Gespannt verfolgen die Unities die Kür. Einige Teams aus dem Mittelfeld überraschen mit guten Leistungen und originellen Ideen. So zum Beispiel die Tschechen mit schönem Laufstil, Frankreich mit Tempo und Kreativität, Australien mit einem Salto und einer frischen Darbietung, die die gute Laune in die vom Sitzplatzkampf arg genervten Fan-Gemüter zurückbringt.

So ist die Stimmung vor der letzten und somit besten Gruppe ganz einfach super, und die Unities sind in ihrem Element. Zwischen Fangeschrei wird gefachsimpelt, getanzt und gesungen und werden Fähnlein geschwungen (vor allem Simone erweist sich als heimliche Patriotin)... Die WM wird ganz einfach bist zur letzten Minute genossen. Dann steht fest, Schweden ist der grosse Verlierer, Finnland hat mit einer genialen Vampir-Kür den SYS-Gipfel, den WM-Titel, erreicht.

 

Sonntag, 14.4.02, 9.30 Uhr, Hôtel de Bordeaux
Ein letztes Gruppenbild und Küsschen hier und da, und die Unities gehen ihrer Wege... Einige können sich noch nicht von Rouen trennen, der Rest wird sich in den TGV setzen und das tun, was man am besten in einem Hochgeschwindigkeitszug macht, nämlich die neue Kür einstudieren.....

Die WM in Rouen war ein einmaliges Erlebnis, wenn auch manchmal etwas wehmütig auf die Eisfläche geblickt wurde, ist und bleibt doch ein solcher Anlass das absolute Traumziel eines jeden Teammitglieds, dessen Herz im SYS-Takt schlägt........

A bientôt, Rouen!

Julia