Trainings

Was steckt hinter den Trainings des Team Unity? Was ist das Geheimnis?
Ein kurzes Interview mit den Trainerinnen Sibylle Stämpfli und Cristina Baldasarre.

Interviewer: Hallo Cristina und Sibylle! Seit Sommer 2000 trainiert Ihr nun also das Team Unity, ein Senioren-Meisterschaftsteam. Weil Ihr ja schon langjährige Erfahrung als Teamtrainerinnen besitzt, fiel es Euch sicher nicht schwer, dem Ganzen von Beginn weg eine Linie zu geben, oder?

Cristina und Sibylle: "Ja, das stimmt. Unser Trainingskonzept beruht auf dem systematischen Aufbau der Läufer auf den Saisonhöhepunkt hin. Während der Saison trainieren wir beispielsweise eisläuferische Grundlagen, Kondition, Synchronität und Ausstrahlung je nach Zeitpunkt mit unterschiedlicher Gewichtung."

Interviewer:
Könnt Ihr uns erläutern, wie das in der Praxis dann genau aussieht?

Cristina:
"Natürlich. Denn wir haben alles zu Beginn der Saison genau geplant und uns auch verbindliche Termine gesetzt, wann Zwischenziele erreicht sein müssen. Selbstverständlich wurden diese verschiedenen Phasen der Saison auch mit dem Team besprochen. Ein Beispiel dafür ist das Einstudieren der Kür. Wir setzten uns das Ziel, Ende November fertig zu sein. Und weil so alle am gleichen Strick zogen, klappte alles sehr gut, und schliesslich stand die Kür schon Mitte November... Alle waren sehr zufrieden."

Interviewer:
Wie sehen die einzelnen Phasen der Saison aus?

Sibylle:
"Zu Beginn der Saison liegt der Schwerpunkt auf dem Einstudieren der Programme, der Verbesserung der individuellen Eislauftechnik sowie dem Konditionstraining. Mit Fortschreiten der Saison werden vermehrt die Programme geübt, damit möglichst schnell eine Automatisation der Schritte und Figuren erreicht wird. Zuletzt werden die Programme perfektioniert. Damit keine Langeweile auftritt, erlauben wir uns aber Abweichungen und Auflockerungen aller Art."

Interviewer:
Wann seit Ihr mit einem Training zufrieden? Welches sind wichtige Punkte, die im Training unbedingt realisiert werden müssen?

Cristina:
"Oberstes Ziel ist jeweils ein möglichst effizientes Training, in dem die Eiszeiten 100%ig ausgenutzt werden. Weiter ist das Erreichen des jeweils vorher besprochenen Trainingszieles sowie ein allgemein positiver und motivierender Umgangston miteinander enorm wichtig.
Allgemein ausgedrückt wollen wir mit unserem Training unter anderem Ziele wie gute Eislauftechnik, Tempo, Synchronität, Ausstrahlung und Freude am Sport erreichen. Alles andere kommt dann von selbst!! (Anm. des Interviewers: Damit ist natürlich der Erfolg gemeint...)."

Interviewer:
Ich bin erstaunt. Ihr arbeitet als Trainerinnenduo auf und auch neben dem Eis. Und dann gibt es ja auch noch die Choreografin, Arlette Benbiri. Kommt Ihr Euch nie in die Quere? Habt Ihr die Arbeit in Kompetenzbereiche eingeteilt?

Sibylle:
"Offene Kommunikation im Trainerinnengespann ist natürlich oberstes Gebot! Aber ich finde, es klappt hervorragend bei uns. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen unser System klar! Und dadurch, dass drei Personen die Verantwortung teilen, ist jede Einzelne weniger stark belastet.
Verantwortlich für die Gestaltung des Trainings sind wir alle drei, wir beiden Trainerinnen und die Choreografin, Arlette Benbiri.
Die Trainerinnen und die Choreografin sind grundsätzlich alle gleichberechtigt und tragen dementsprechend zur Gestaltung des Trainings und der Programme bei. Die Trainerinnen sind tendenziell eher für technische Fragen, die Choreografin mehr für Fragen bezüglich Ballet und künstlerischer Gestaltung zuständig. Beim Prozess des Einstudierens, sowohl der Schritte wie auch Figuren, sind alle drei gleichermassen beteiligt, ganz nach dem Motto: Teamwork works better!"

Interviewer:
Ich kann es nicht verheimlichen, ich bin beeindruckt! Bisher konnte man in der Schweizer SYS-Szene wie auch im Schweizer Sport allgemein nur selten eine solch beispielhafte Zusammenarbeit von Trainern beobachten. In unserem Land scheint es mit dem Teamwork halt noch nicht so zu klappen. Aber wir können hoffen, schliesslich seid Ihr ein gutes Beispiel, wie man vorhandene "Ressourcen" optimieren kann.
Ich danke Euch für das Gespräch und wünsche Euch für die Erfüllung von kurzfristigen wie auch langfristigen Zielen nur das Beste!